Tierversuche » Übertragbarkeit

Welche Aussagekraft haben Tierversuche?

Aufbau und Funktion des Körpers sind bei Menschen und anderen Säugetieren sehr ähnlich. Die Organe Herz, Lunge, Leber und Nieren funktionieren nach denselben Prinzipien. Daher liefern Studien am Tier wichtige Informationen, um Rückschlüsse auf die Reaktion des menschlichen Körpers zuzulassen. Dennoch können Tierversuche nicht alle Fragen beantworten. Niemand kann mit absoluter Sicherheit vorhersagen, wie eine neue Substanz im menschlichen Körper wirken wird. Durch Tierversuche ist es aber möglich, die Risiken für den Menschen kalkulierbar zu machen.

Durch jahrzehntelange Forschung und Erfahrung hat sich herausgestellt, welche Tierarten und Studienmodelle für welche Fragestellung besonders geeignet sind. Ratten und Mäuse liefern z.B. besonders gut übertragbare Werte, wenn es um die toxische Wirkung einer Substanz geht. Schweine eignen sich speziell für Untersuchungen zu Verdauung und Stress, und Hunde werden  mit Erfolg in Studien zu Nieren und zum Herz- Kreislauf-System eingesetzt. Es ist davon auszugehen, dass 70 bis 80 Prozent der in Tierversuchen erkannten Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln auch beim Menschen auftreten. Bei neuen Operationstechniken gibt es sogar eine nahezu hundertprozentige Übertragbarkeit.

Spezialfall Biopharmaka

Eine besondere Herangehensweise erfordern die Biopharmaka, die in letzter Zeit an Bedeutung zunehmen. Hierzu gehören zum Beispiel hochspezifische Antikörper und andere Proteine, die oft nur im Menschen wirksam sind. Die Ergebnisse aus Tiermodellen sind häufig nicht auf das „System Mensch“ übertragbar. Sowohl für präklinische Wirksamkeitsprüfungen als auch für toxikologische Untersuchungen müssen daher, wo immer möglich, menschliche In-vitro- oder Ex-vivo-Systeme verwendet werden.