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Tierschutz

Artgerechte Tierhaltung

Für die Labortiere sind artgerechte Lebensbedingungen und eine ständige Betreuung durch Fachpersonal gesetzlich vorgeschrieben. Ein Tierschutzbeauftragter und die Veterinärbehörde überprüfen regelmäßig, dass die Vorgaben eingehalten werden. Die Vorschriften legen nicht nur Raumgröße, -temperatur, -belüftung und –beleuchtung fest, sondern auch Geräuschbelastung, Käfiggröße sowie Einzel- oder Gruppenhaltung. Die Wissenschaftler sind daran interessiert, dass die Tiere unter artgerechten Lebensbedingungen gehalten werden. Denn nur Studien an Tieren, die optimal gepflegt werden und auch unter Studienbedingungen möglichst stressfrei bleiben, liefern aussagekräftige Ergebnisse.

Viele Wissenschaftler berücksichtigen bei der Tierhaltung zusätzlich auch sogenannte Enrichment-Maßnahmen. Hierzu gehört, dass die Tiere in einer sozial, sensorisch und psychologisch anregenden oder auch beruhigenden Umgebung leben. Ratten und Mäuse bekommen z.B. ein Häuschen aus rot getöntem Plexiglas in den Käfig gestellt, damit sie Schutz suchen können. Da sie die Farbe rot nicht erkennen können, ist das für uns durchsichtige Häuschen für die Tiere undurchsichtig. Für manche Vögel haben sich Spiegel und kleine bunte Objekte bewährt.

Mit der Erforschung der Lebensbedingungen von Versuchstieren und mit neuen Versuchsmethoden befasst sich die Versuchstierkunde, die als eigenes Fachgebiet an vielen Hochschulen zu finden ist.

Versuchsmethoden

Bei einem Viertel der Studien ist die Beeinträchtigung der Tiere mit einem typischen Eingriff in der tierärztlichen Praxis vergleichbar. Sie erhalten beispielsweise eine Spritze oder bekommen Blut abgenommen. Weitergehende Eingriffe werden unter Narkose vorgenommen.

Für die meisten Studien ist die Schmerzfreiheit der Tiere sehr wichtig, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Die Wirkung einer Substanz auf das Herz-Kreislauf-System oder das Verhalten lässt sich zum Beispiel nicht aussagekräftig prüfen, wenn das Tier unter Schmerzen leidet.

Bei der Suche nach Wirkstoffen gegen Gelenkentzündungen oder Rheuma sind Schmerzen allerdings nicht zu vermeiden.