
Das international anerkannte Konzept, Alternativmethoden zu entwickeln, um Tierzahlen und -leid in Tierversuchen zu reduzieren, geht auf die britischen Wissenschaftler Russel und Burch zurück (William M. S. Russell & Rex L. Burch, „Principles of Humane Experimental Technique”, 1959). Sie haben das Konzept der „3R“ entwickelt, dessen Ziel nicht das Nachstellen von Tierversuchen, sondern die Suche nach neuen Strategien zur Sicherheitsabschätzung ist. Es hat sich weltweit durchgesetzt. Hinter den „3R“ steht:
Refine – Verbessern. Eine höhere Qualität der Versuche bei reduziertem Leid der Tiere.
Reduce – Vermindern. Gleiche Qualität der Aussage mit geringeren Tierzahlen.
Replace – Vermeiden. Vollständiger Ersatz der Tierversuche.
Durch die Arbeit nach diesem Prinzip sind im Zeitraum von 1989 – dem Beginn der Aufzeichnung der statistischen Erfassung von Tierversuchszahlen – bis 1998 die Tierversuchszahlen von 2,7 Millionen Versuchstieren auf 1,4 Millionen halbiert worden. 1999 gab es eine Wende in dieser Entwicklung. Seitdem steigt die Gesamtzahl der Versuchstiere wieder an, was auf den vermehrten Einsatz von transgenen Tieren in der Grundlagenforschung zurückzuführen ist. Hier sind die Grundlagenwissenschaftler gefordert, Alternativmethoden zu entwickeln und einzusetzen, um diesem Trend entgegenzuwirken.